Am 11. und 12. Mai war unsere Mitarbeiterin Michelle van der Veen für Marta Herford auf der MAI-Tagung („Museums and the internet“) und hat sich nicht nur angehört, welche digitalen Projekte aktuell in deutschen Museen umgesetzt werden, sondern hat auch den Marta Blog und unsere neue digitale Strategie vorgestellt. Über ihren persönlichen Eindruck der zwei Tage und der vorgestellten Projekte hat sie auf ihrem eigenen Blog geschrieben. Wir danken den Veranstaltern der Tagung, die dieses Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum feiert, ganz herzlich dafür, dass sie dieses wichtige Thema durch die Veranstaltung stärken und wieder ein vielfältiges Programm zusammengestellt haben. Da wir seit einer Woche unser eigenes Blog haben, möchten wir den Vortrag an dieser Stelle zusammengefasst zur Verfügung stellen.
 

 

„Marta wird 10“
Die Entwicklung einer Social Media Strategie und die Einführung des Marta Blogs 2015

Um dem digitalen Wandel gerecht zu werden und das Digitale im Marta dauerhaft und nachhaltig zu verankern, haben wir im November 2014 begonnen eine umfassendere digitale Strategie für das Museum zu entwickeln. Dabei stand ganz klar das Motto „Mobile first!“ im Vordergrund. So funktioniert zum Beispiel das Blog am besten auf Smartphones und Tablets. Das Marta Blog steht in Zukunft im Mittelpunkt der digitalen Tätigkeiten. Hier sollen nicht nur Geschichten rund um das Haus und die Ausstellungen erzählt, sondern auch Bezüge und Kommentare zum aktuellen Geschehen der Kunstwelt veröffentlicht werden. Unser Ziel ist es nicht einfach nur virtuell präsent zu sein, sondern das Potential, mit unseren Besuchern und potentiellen Besuchern in Kontakt zu treten und einen Raum für Dialoge zu schaffen, voll auszuschöpfen.

Um dieses Ziel zu erreichen werden nicht nur der Direktor und die Mitarbeiter des Hauses schreiben, sondern auch prominente Gastautoren und Künstler. Um für unsere Leser Transparenz zu bieten, wurden Autorenseiten angelegt, auf denen Kontaktmöglichkeiten, eine Kurzvita sowie die Beiträge der Autoren zu finden sind.

Das Blogkonzept ist bewusst so angelegt, dass sich alle Abteilungen des Hauses auf ihre eigene Art beteiligen können. Gemeinsam wurde auf diese Weise der Weg des Museums ins und im Netz neu bestimmt. Durch viele interne Gespräche und Diskussionen haben wir es geschafft, dass sich nun das ganze Museum mit dem Blog-Projekt identifizieren kann.

In Zukunft wird nicht nur im Haus selbst gebloggt werden. Aus diesem Grund sprechen wir als ersten Schritt auf unserem Blog interessierte Blogger direkt an und recherchieren gerade, mit wem wir gerne dauerhafte Kooperationen eingehen möchten. Geplant ist ein Mix von Kultur-, Kunst-, Architektur- und Lifestylebloggern, die zu unserem Haus passen. Neben verschiedenen geplanten Events für ausgesuchte Blogger, soll es jedem möglich sein, den freien Eintritt nutzen zu können sowie zu fotografieren oder auf unsere Pressefotos zuzugreifen. Ein eigener Verteiler ähnlich dem Presseverteiler ist ebenfalls in Arbeit.

Darüber hinaus überarbeiten wir gerade unseren bisher allgemeinen Newsletter, der gemeinsam mit der Website im August einen Relaunch bekommen soll und dann besser auf die Bedürfnisse der Newsletter-Empfänger abgestimmt ist. Ziel ist es, dass der Abonnent seine Interessen wählen und dann einen auf ihn zugeschnittenen Newsletter empfangen kann.

Der Überarbeitung unserer digitalen Strategie ging eine intensive Analyse der Monate April – Oktober 2014 voraus, bei der Inhalte und Nutzerverhalten untersucht wurden. Dies hatte eine Überarbeitung der Facebook-Seite des Museums zur Folge, die seitdem wieder deutlich größeren Zuspruch findet und vor allem mehr Nutzerinteraktionen aufweist. Wir verzichten dabei bewusst auf ausufernde Gewinnspiele etc., um echte Dialoge mit unseren Besuchern und Nutzern führen zu können.

Die statistische Aufbereitung der Social Media-Aktivitäten des Museums war die wichtigste Grundlage für die Neuausrichtung der digitalen Plattformen. Seit der Umstellung findet ein monatliches Monitoring statt, indem die Performance auf allen Plattformen statistisch ausgewertet wird. Auch wenn man sich selbstverständlich nicht nur auf Zahlen verlassen sollte, können wir doch mittlerweile eindeutige Interessen unserer Online-Community identifizieren, die wir zuvor in Teilen komplett anders eingeschätzt hatten. Für uns war das Lehrreichste zu analysieren, bei welchen Themen unsere Fans/Follower überhaupt reagieren und wie.

Insgesamt hat die Umstellung im Haus nicht nur Änderungen im Digitalen bewirkt, sondern auch direkte Auswirkungen auf „analoge“ Tätigkeiten gehabt. So wurden die Drucksachen des Museums um Hashtags und Hinweise auf virtuelle Tätigkeiten ergänzt. Des Weiteren wurde das Digitale bei der Planung des Jubiläumsjahres 2015 direkt berücksichtigt. Wir streamen bereits größere Veranstaltungen ins Netz, um besondere Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wieder aktiviert wurde die Marta Webapp, eine browserbasierte App, die 2014 für die Ausstellung „Freundliche Übernahme“ entwickelt wurde. Darin gab es zu jedem teilnehmenden Künstler verschiedene Inhalte. Die Besucher konnten die App einfach auf dem Smartphone aufrufen oder sich kostenfrei ein Leihgerät an der Kasse holen. Da es im ganzen Haus WLAN gibt, kam die App sehr gut an und wurde rege genutzt, auch von Besuchern vorab oder im Anschluss an den Besuch. Nun wird diese App in zwei Wochen die Ausstellung „Ideenlinien“ begleiten, zu der es darüber hinaus keine eigene Publikation gibt. Unser nachhaltiges Ziel ist es, nicht nur ein attraktiveres Angebot für den Besucher zu schaffen, sondern auch ein barrierefreies, das ebenso von Menschen mit Behinderungen genutzt werden kann.

 

Zum Abschluss noch einige Reaktionen der anderen Tagungsteilnehmer:

 

 

 

 

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